Oh Amerika, Amerika!
Amerika – Das Land der unendlichen Möglichkeiten, stolzen Einwohnern und Umweltverschmutzern, ein Land voller... Spirit. Wer eine amerikanische Schule besucht, wie ich es gerade tue, wird sehen, dass NICHTS, ausser dem täglichen Aufstehen, gleicht. Die Schulen sind meistens sehr gross, eine oder zwei Schulen für eine ganze Stadt und manchmal zahlreiche angrenzende Orte, viele Schüler, viele Gerüchte, vieles von allem, meine Schule ist anders: Woodridge High hat stolze 550 Schüler, um die 40-50 Lehrer und Mitarbeiter und 28 Busse für die gesamte Schülergemeinde, das gesamte Schulleben spielt dich auf einer Etage ab – zum Vergleich die Schule im Nachbarort hat +3.000 Schüler, über 300 Lehrer und 3 Etagen. Aber eins ist gleich: der Stolz von so gut wie jedem Schüler und Lehrer (!) auf ihre Schule. Kleidung mit dem Schulsymbol oder dem Namen sieht man jeden Tag, kein Wunder, wir würden das auch tun, wenn unser Gymnasium 2/3 unseres täglichen Lebens einnehmen würde. Schule in Amerika bedeutet Engagement. So gut wie jeder ist in einer AG oder Sport und dementsprechend gross ist auch das Angebot, wer sportlich ist, spielt Fussball, Football, Volleyball, usw.; wer an Sprachen interessiert ist, ist im Spanisch, Französisch oder Latein Club; wer gut singen kann, der kann sich im jährlichen Musical beweisen und wer glaubt, dass er nichts kann, der kennt die Vielzahl der Angebote einfach nicht. Einen kleinen Nachteil hat es allerdings: man verbringt sehr viel Zeit mit diesen Aktivitäten; Sportarten gehen von Schulende (um 14:33 Uhr ) bis um 19 Uhr; Musicalproben von 19-21:30 Uhr; aber es ist die Mühe wert, denn in einer so kleinen Schule kennt jeder jeden und je mehr Menschen man kennt, desto interessanter wird der Freundeskreis und das Leben, denn ausser Schule ist meistens nichts los.
Und was ist mit dem Wochenende? Da passiert doch dann nicht, oder? Falsch gedacht. Am Wochenende geht’s erst richtig los! Die Football Saison August-September heisst für jeden aktiven Schüler 19 Uhr beginnt das Spiel, also sollte man um 18 Uhr am Eingang des schuleigenen Stadiums sein, in Woodridge-typischem Maroon (Schulfarbe) und für Kälte, Regen oder Sonnenschein ausgerichtet. Ja, das Wochenende steht für Turniere, Olympiaden und Charity Events (wie z.B. ein Basketballspiel zwischen den High School und Mittelschule Lehrern, dessen Eintrittsgeld die Truppen im Irak geht, oder Geldsammeln für Geschenke für Waisenkinder zu Weihnachten) und wenn eine Mannschaft ein gutes Spiel am letzten Samstag hatte, kann der Schulleiter auch schon mal den Unterricht verkürzten, um 30min für Lobpreisung für das Team und die Fans aufzubringen; Cheerleader, die die Meute und das Team für ihr nächstes Spiel schon vorzeitig anfeuern und ihnen das Gefühl geben, dass die Schule stolz auf sie sind und sie genauso weiter machen. Oh Amerika, Amerika, warum können wir es nicht erwarten aus der Schule raus zu sein und nichts mit ihr zu tun zu haben, wenn nicht unbedingt nötig?
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